Karsten Eberding

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PV-Strom während der Sonnenfinsternis

Dieses mal lag der Kernbereich der totalen Sonnenfinsternis auf dem Atlantik zwischen Großbritannien und Island, in Deutschland war je nach Standort nur ein Anteil zwischen 60% und 80% der Sonne vom Mond verdeckt. Aber auch dieser Anteil kann bei gutem Wetter zu enormen Schwankungen bei der Einspeisung von Strom durch PV-Anlagen führen. In verschiedenen Medien wurde bereits vor der Gefahr eines Blackouts gewarnt.

Eine detaillierte Studie wurde dazu im Vorfeld von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin erstellt. Auch die Kraftwerks- und Netzbetreiber haben sich auf diesen Tag lange und intensiv vorbereitet, die Leitzentralen wurden personell verstärkt und Reservekraftwerke vorbereitet. Am Ende hat alles bestens geklappt, von Stromausfällen oder Netzüberlastung war keine Rede.

Hier ein paar Grafiken und weiterführende Links zum Verlauf der PV-Stromerzeugung während der Sonnenfinsternis:

Die Strombörse EEX in Leipzig veröffentlicht ständig den aktuelle Stromverbrauch und die Erzeugung der verschiedenen Energieträger in Deutschland. Für den 20. März ist die Tageskurve hier dargestellt: EEX-20150320-1

Deutlich zu sehen ist die verringerte Einspeisung von 10 – 11 Uhr, und auch die Relation dieser Differenz im Vergleich zu Wind und konventioneller Stromerzeugung. Die Reduktion der Einspeisung wurde durch konventionelle Kraftwerke nur minimal kompensiert, vermutlich wurde die Differenz durch Pumpspeicherkraftwerke und ähnliche Maßnahmen gedeckt, die nicht in die Grafik einfließen.

Für den eingespeisten PV-Strom bietet EEX eine detailliertere Grafik mit den Anteilen der einzelnen Netzbetreiber an. Der Unterschied zwischen den Werten um 10:00 Uhr und um 12:00 liegt bei etwa 13 GW/h, das entspricht einem Dutzend großer Kraftwerken. Das ist weniger, als im Tagesverlauf typischerweise zwischen Minimal- und Maximal-Erzeugung geregelt werden muss, die Schwierigkeit bestand also eher in der schnellen Abfolge zwischen Abfall und Anstieg der Einspeisung.

EEX-20150320-2

Das PV Magazine bietet hier eine weitere Erläuterung der Grafik und der Abläufe an der Strombörse über den Tagesverlauf. Insgesamt scheint die Sonnenfinsternis, sicher auch dank der guten Vorbereitung, ohne grössere Probleme für das Stromnetz abgelaufen zu sein.

Die nächste partielle Sonnenfinsternis ist für 2021 berechnet, die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland sogar erst für 2081. Einem weiteren Ausbau der PV-Energie stehen diese Ereignisse sicher nicht entgegen.